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Zwischen den Zeilen der Welt

Bu hikâye, edebiyat ile gerçeklik arasındaki geçirgen sınırları düşünen bir adamın içsel ve düşünsel yolculuğunu anlatır.

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Kelime türleri: İsim (eril) İsim (dişil) İsim (nötr) İsim (çoğul) Fiil Sıfat Zarf Zamir Edat Bağlaç Artikel
Als Cem an jenem verregneten Novemberabend die städtische Bibliothek verließ, trug er unter dem Arm keinen bloßen Roman, sondern, wie er halb ironisch, halb ehrfürchtig dachte, ein möglicherweise explosives Stück Wirklichkeit in Buchform.
Der Band, ein längst vergriffener Text einer beinahe vergessenen Autorin, war ihm von der Bibliothekarin mit der Bemerkung überreicht worden, manche Bücher läsen nicht nur ihre Leser, sondern schrieben sich unmerklich in deren Wahrnehmung ein.
Cem, der als Gymnasiallehrer für Deutsch tagtäglich über Metaphern, Erzählperspektiven und den eigensinnigen Eigensinn der Sprache dozierte, hielt solche Sätze gewöhnlich für liebenswürdige Übertreibungen des literarischen Betriebs.
Doch schon auf dem Heimweg beschlich ihn ein irritierendes Gefühl der Wiederholung, als spiegelten die Pfützen nicht die Fassaden der Häuser, sondern Sätze, die er noch gar nicht gelesen hatte.
Zu Hause schlug er das Buch auf, und bereits im ersten Kapitel begegnete ihm eine Figur, die in verblüffender Präzision seinen Gang, seine Gewohnheit, vor schwierigen Gesprächen die linke Augenbraue zu heben, und sogar seine Neigung zur selbstironischen Distanz beschrieb.
Was ihn jedoch nicht erschreckte, sondern im Gegenteil auf beinahe unanständige Weise fesselte, war die Nüchternheit, mit der der Text ihn kannte, ohne ihn je getroffen zu haben.
Je weiter er las, desto poröser wurde die Trennwand zwischen Fiktion und Erfahrung: Eine Nachbarin im Roman verlor einen Schlüssel, und am nächsten Morgen stand seine eigene Nachbarin ratlos vor der Haustür und suchte ihren.
Ein Kind fragte dort nach dem Weg zum Fluss, wo in seiner Straße nie ein Kind stand, und zwei Tage später verirrte sich tatsächlich ein Junge mit exakt derselben Frage an dieselbe Ecke.
Cem schwankte zwischen philologischer Neugier und metaphysischer Beunruhigung, denn entweder war Literatur ein Spiegel, der tiefer reichte, als vernünftige Menschen wahrhaben wollten, oder die Wirklichkeit selbst war nichts als ein nachlässig redigierter Text.
In den folgenden Wochen begann er, nicht nur das Buch, sondern ebenso die Stadt wie ein Manuskript zu lesen: Randbemerkungen fand er in Gesprächen der Straßenbahn, Auslassungen in den schweigenden Fenstern gegenüber, Fußnoten im Klappern der Heizung.
Seine Schüler bemerkten zuerst die Veränderung.
Früher hatte er Gedichte erklärt, nun fragte er, weshalb man überhaupt glaube, ein Text bilde die Welt ab, statt sie womöglich erst hervorzubringen.
Einige hielten das für anregend, andere für exzentrisch, doch alle hörten ihm mit jener gespannten Aufmerksamkeit zu, die entsteht, wenn jemand nicht bloß Wissen weitergibt, sondern sichtbar an einer Erkenntnisgrenze entlanggeht.
Der Wendepunkt kam an einem Donnerstag, als Cem im vorletzten Kapitel einen Satz las, der lakonisch ankündigte, der Leser werde am folgenden Abend in ein Café gehen, dort einer Frau begegnen und aus einem beiläufigen Gespräch eine Entscheidung gewinnen, die sein Leben neu gliedern würde.
Er lachte zunächst, nicht aus Überlegenheit, sondern aus der verzweifelten Hoffnung, dem Mechanismus der Prophezeiung durch demonstrative Gelassenheit entgehen zu können.
Folgerichtig blieb er am Freitag zu Hause, schaltete das Telefon aus, zog die Vorhänge zu und war überzeugt, dem Text endlich seine Grenzen gezeigt zu haben.
Gegen acht Uhr jedoch fiel im ganzen Viertel der Strom aus, und da seine Wohnung sich binnen Minuten in einen kalten, stillen Schacht verwandelte, ging er widerwillig in das einzige noch geöffnete Café an der Ecke, das einen Notstromgenerator besaß.
Dort saß eine Frau über einem zerlesenen Buch gebeugt, blickte auf, als hätte sie ihn erwartet, und sagte ohne Einleitung, Literatur sei nicht deshalb wahr, weil sie die Wirklichkeit kopiere, sondern weil Menschen ihr Leben unablässig nach erzählbaren Mustern ordneten.
Man lese Romane, meinte sie, um nicht von der Welt zu fliehen, sondern um ihre verborgene Grammatik zu erlernen.
Als Cem später nach Hause zurückkehrte, verstand er, dass ihn das Buch nie bevormunden wollte.
Es hatte ihm vielmehr vor Augen geführt, dass jede Wahrnehmung schon von Geschichten durchwirkt ist und dass Wirklichkeit vielleicht nicht der Gegenbegriff zur Literatur, sondern ihr hartnäckigster Kommentar ist.
Am nächsten Montag trat er vor seine Klasse, legte den Roman auf den Tisch und sagte mit einer Ruhe, die er sich früher nicht zugetraut hätte: Wer lesen lernt, lernt nicht nur Wörter zu entziffern, sondern auch die Fiktionen, aus denen eine Gesellschaft ihre Tatsachen macht.

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Cem’in kütüphaneden aldığı kitapla ilgili onu ilk şaşırtan şey neydi?